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„Cloud First“-Richtlinien im Gesundheitswesen: Pionierarbeit von HSE Ireland

Von am 18. Juli 2017

Unter Gesundheitswesen

„Cloud First“ ist ein Ausdruck, den wir häufig im Zusammenhang mit Technologie hören. Doch was bedeutet er in Hinblick auf Richtlinien und insbesondere im Gesundheitswesen? Mit diesem Thema konnten wir uns bereits beim Treffen des EU Cloud in Health Council beschäftigen. Es zählt zu den Empfehlungen im Call to Action des Council im Juni 2016. Als wir bei den letzten Treffen den Vorträgen des Council-Mitglieds Richard Corbridge (Chief Information Officer der Health Service Executive in Ireland) folgten, dachten wir, dass es Kunden, Entscheidungsträger und andere wichtige Akteure im Gesundheitswesen, die dem Treffen nicht beiwohnen, interessieren könnte, was „Cloud First“ bei HSE Ireland bedeutet und wie Irland von der Cloud profitiert. Die Ursprünge der „Cloud First“-Richtlinie gehen auf eine Arbeit von US Federal Government CIO Vivek Kundra zurück und zählen zu den Eckpfeilern von Kundras 25-Punkte-Plan zur Reformierung der staatlichen IT-Verwaltungsdienste. In diesem 2010 veröffentlichten Bericht erklärte Kundra „Cloud First“ wie folgt: „Bei neuen IT-Bereitstellungen müssen Behörden gemäß OMB standardmäßig auf cloudbasierte Lösungen zurückgreifen, wenn eine sichere, zuverlässige und kostengünstige Cloud-Option vorhanden ist.“ Die US-Richtlinie „Cloud First“ war nicht nur vorausschauend, sondern enthielt auch die Vorgabe, dass „jeder CIO einer Behörde drei Dienste für die Migration identifizieren und einen Projektplan für die Migration dieser Dienste zu Cloudlösungen sowie die Stilllegung der zugehörigen veralteten System erstellen muss.“ Viele weitere Länder haben „Cloud First“-Richtlinien eingeführt, z. B. das Vereinigte Königreich und Australien, und weitere Behörden arbeiten derzeit „Cloud First“-Richtlinien wie New Zealand Fire Service aus. Ein Technologieberatungsunternehmen bezeichnete „Cloud First“ sogar als „The New Normal“. Hier kommen wir wieder zu Richard zurück. Im ersten Video erklärt Richard, dass die HSE Cloud First Policy davon ausgeht, dass neue Dienste in der Cloud bereitgestellt werden und „das Prinzip auf den Kopf stellt, dass On-Premises die erste Wahl bei der Bereitstellung ist“. Richard sagt zudem, dass der „Cloud First“-Ansatz einen entsprechenden Ausgangspunkt benötigt. Er ist sich dennoch bewusst, dass „das Gesundheitssystem in die Cloud verlagert werden muss, da es sich nicht leisten kann, darauf zu verzichten“. Im zweiten Video erzählt Richard, wie die „Cloud First“-Richtlinie kürzlich die cloudbasierte Implementierung eines neuen Betreuungssystems für Epilepsiepatienten beschleunigen konnte, bei dem die genomischen Daten des Epilepsiepatienten in der cloudbasierten Patientenakte gespeichert werden. Durch das neue System erhalten Betreuer weitere Informationen zu dem Patienten. So werden verschiedene Behandlungen möglich, die auf einzigartigen genetischen Merkmalen jedes Patienten und Informationen, die der Patient in der elektronischen Akte eingibt, basieren. Richard erklärt zudem, wie wichtig nicht nur die interne Kommunikation einer „Cloud First“-Richtlinie an Dienstleister und Technologien im Gesundheitswesen, sondern auch die externe Kommunikation mit Patienten und der Öffentlichkeit im Allgemeinen ist. Nur so können sie verstehen, dass die Richtlinie die Sicherheit ihrer Gesundheitsakten und schlussendlich auch ihre Betreuung verbessert. Bei vielen großen Cloud-Anwendern (wie HSE Ireland) ist die Änderung der Wahrnehmung bereits abgeschlossen. Um jedoch im vollen Umfang vom Cloud Computing im Gesundheitswesen zu profitieren, müssen wir gemeinsam daran arbeiten, dass auch die Patienten von den Vorteilen überzeugt werden. Wir danken Richard erneut für seine Pionierarbeit in diesem Bereich und für die Einblicke in seine Vision im EU Cloud in Health Council. Weitere Informationen zur Cybersicherheit im Gesundheitswesen finden Sie in diesem E-Book.

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