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Welchen Wert Big Data für Munich Re schafft

Von Susanne Mehrtens am 30. Januar 2018

Unter Digitale Transformation

„Herausforderung Klimawandel“ lautete der Titel des ersten Datathon der Munich Re Mitte November in München. Bei einem Datathon kommen Informatiker, Data Scientists und Data Engineers zusammen und spielen ein Wochenende lang neue Ansätze rund um die Analyse von Daten durch. Die besten Lösungen werden am Ende prämiert.

51 Teilnehmer, die eine Affinität haben zum Thema Klimawandel, nahmen die Herausforderung von Munich Re an. Stattgefunden hat das Event im hauseigenen Innovation Hub in München.

Munich Re stellte dazu hochwertige Daten bereit, die in dieser Form nicht öffentlich zugänglich sind. „Die Teilnehmer konnten unsere Datenbank mit den historischen Schadenereignissen nutzen und auf Wetterdaten von Satelliten der NASA zugreifen, die wir für die regionale Analyse aufbereitet haben“, erzählte mir Wolfgang Hauner, Chief Data Officer bei Munich Re.

Ich habe Wolfgang Hauner auf dem Datathon kennengelernt. Und allein schon, dass sich Munich Re die Stelle eines Chief Data Officer leistet, zeigt: Der Rückversicherer betrachtet Daten als strategischen Erfolgsfaktor. Das bestätigte Hauner und beschrieb seine Aufgabe wie folgt: „Ein Chief Data Officer treibt mittels Data Mining und Analytics die Erkenntnisgewinnung voran und identifiziert Datenquellen, die dieses Vorhaben unterstützen.“

Mehr Daten verarbeiten als jemals zuvor
Dem Experten zufolge hat sich seine Arbeit bei Munich Re in den vergangenen Jahren stark verändert hat. „Wir haben bereits seit mehr als 15 Jahren analytische Modelle im Einsatz, die Wetterrisiken mit enorm vielen Parametern durchspielen können“, so Hauner. „Aber erst heute steht mit Cloud-Computing eine Rechenkraft bereit, um Wetter- und Klimadaten tiefgreifend und umfassend zu analysieren.“

Sein Team kann nun beispielsweise die NASA-Daten für die Analyse aufbereiten. „Damit erhalten wir für jeden Punkt der Erde die Niederschlagsmenge und die Durchfeuchtung des Bodens“, erläuterte der studierte Mathematiker. „Aber man muss Daten im Terabyte-Bereich auslesen, um die Informationen nach Regionen filtern zu können. Erst Microsoft Azure stellt uns solch eine leistungsfähige Infrastruktur bereit.“

Mich interessierte, welche weiteren Bereiche die Experten von Munich Re heute damit analysieren würden. „Ein großes Thema sind die Auswirkungen von Naturkatastrophen auf Lieferketten“, so Hauner weiter und lieferte dazu gleich ein Beispiel: So waren im Jahr 2011 in der Thailand-Flut zahlreiche Chip-Produzenten betroffen und das hatte den PC-Markt empfindlich gestört. „Man wusste zu wenig von diesen Unternehmen“, blickte Hauner zurück. „Darunter waren sehr viele japanische Chip-Hersteller. Man hatte sie in Japan verortet, aber sie hatten ihre Werke verlagert.“ Heute können die Datenexperten von Munich Re die Standorte von Fertigungsunternehmen besser auf solche Wetterrisiken untersuchen.

Von den neuen Analysemethoden profitieren auch die Teams beim Datathon. Allein der Datensatz der NASA, den das Big-Data-Team bereitgestellt hat, umfasst 22 Terabyte.

„Für mich als Chief Data Officer ist so ein Datathon aus vielen Gründen spannend. Kommen die Teams auf interessante Daten, die sie zusätzlich einbringen, um ein Modell anzureichern?“ Manchmal, so Hauner, sei es effektiver, fünf Minuten nach bestimmten Daten zu suchen, als den Algorithmus zehn Stunden lang zu verbessern.

„Und als Mathematiker interessiert mich vor allem der Lösungsweg, wie sie es herausgefunden haben“, resümierte Hauner. Denn von den Nachwuchskräften erhofft sich Munich Re einen unvoreingenommenen Blick auf die Daten, der neue Denkansätze und Herangehensweisen hervorbringt.

Mehr Informationen zum Thema
Für Munich Re sind Daten ein strategischer Erfolgsfaktor, um Änderungsrisiken aus dem Klimawandel umfassend zu analysieren. Die Cloud sorgt heute – dank der auf Abruf verfügbaren Rechenleistung – für einen neuen Schub in Risikobewertung und Klimaforschung. Warum Munich Re dafür auf Microsoft und die Cloud-Plattform Azure setzt, lesen Sie hier in unserer aktuellen Kundenreferenz.

Hintergrundinformationen finden Sie zudem in unserem ersten Blogbeitrag zum Thema: Wie eng Versicherungswirtschaft mit Forschung verbunden ist.

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